- Öffentlicher Dienst & Umwelt
- 3 Jahre Ausbildung
- Zuständig: Öffentlicher Dienst
Sozialversicherungsfachangestellte/-r
Berät Versicherte und bearbeitet Leistungen bei Krankenkassen, Renten- oder Unfallversicherung.
Ausbildungsvergütung
Tarifliche Durchschnittswerte pro Monat, Stand 1. Oktober 2025.
| Region | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | Ø gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 1.281 € | 1.338 € | 1.395 € | 1.338 € |
| Westdeutschland inkl. Berlin | 1.278 € | 1.336 € | 1.392 € | 1.336 € |
| Ostdeutschland | 1.297 € | 1.366 € | 1.412 € | 1.356 € |
Gut zu wissen: Das sind tarifliche Durchschnittswerte. Dein Betrieb kann mehr zahlen. Nicht tarifgebundene Betriebe dürfen höchstens 20 % unter dem üblichen Tarif liegen, aber nie unter der Mindestausbildungsvergütung (Beginn 2026: 724 € im 1. Jahr). Netto-Werte: Schätzung 2026, Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer.
Sozialversicherungsfachangestellte/-r: Gehalt in allen Bundesländern
1. Ausbildungsjahr · brutto
| Baden-Württemberg West | 327 | 4,8 % | |
|---|---|---|---|
| Bayern West | 459 | 10,1 % | |
| Berlin West | 225 | 1,5 % | |
| Brandenburg Ost | 72 | 8,3 % | |
| Bremen West | 60 | 0,0 % | |
| Hamburg West | 60 | 0,0 % | |
| Hessen West | 123 | 6,7 % | |
| Mecklenburg-Vorpommern Ost | 48 | 0,0 % | |
| Niedersachsen West | 201 | 5,7 % | |
| Nordrhein-Westfalen West | 462 | 5,8 % | |
| Rheinland-Pfalz West | 105 | 3,1 % | |
| Saarland West | 15 | – | |
| Sachsen Ost | 90 | 3,8 % | |
| Sachsen-Anhalt Ost | 60 | 13,3 % | |
| Schleswig-Holstein West | 39 | 0,0 % | |
| Thüringen Ost | 57 | 0,0 % |
Tarifliche Durchschnittswerte weist das BIBB nur für West- (inkl. Berlin) und Ostdeutschland aus – Länder desselben Landesteils zeigen daher denselben Wert. Neue Ausbildungsverträge und Durchfallquoten sind echte Länderwerte (2024). Die Netto-Ansicht berücksichtigt den höheren Pflegeversicherungsbeitrag in Sachsen.
Netto-Rechner
Was bleibt dir als Sozialversicherungsfachangestellte/-r im Monat? Wähle Ausbildungsjahr und Bundesland.
- Rentenversicherung (9,3 %)
- –
- Krankenversicherung (7,3 % + ½ Zusatzbeitrag)
- –
- Pflegeversicherung
- –
- Arbeitslosenversicherung (1,3 %)
- –
- Lohnsteuer
- –
- Solidaritätszuschlag
- –
- Kirchensteuer
- –
- Abzüge gesamt
- –
Bis 325 € brutto im Monat (Geringverdienergrenze) zahlt der Betrieb die Sozialversicherungsbeiträge allein.
Schätzung für 2026: Steuerklasse I, gesetzlich versichert, ohne Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Was macht man als Sozialversicherungsfachangestellte/-r?
Sozialversicherungsfachangestellte arbeiten bei Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften oder der Knappschaft. Du berätst Versicherte, prüfst Ansprüche, berechnest Beiträge und Leistungen und bearbeitest Anträge – etwa auf Krankengeld, Reha oder Rente.
Fachrichtungen und Schwerpunkte
- Allgemeine Krankenversicherung
- Gesetzliche Unfallversicherung
- Gesetzliche Rentenversicherung
- Knappschaftliche Sozialversicherung
- Landwirtschaftliche Sozialversicherung
Typische Aufgaben
- Versicherte und Arbeitgeber beraten
- Versicherungs- und Beitragspflicht prüfen
- Leistungsanträge bearbeiten und berechnen
- Bescheide erstellen und Widersprüche bearbeiten
- Mit Ärzten, Kliniken und Behörden zusammenarbeiten
Kernkompetenzen
- Sozialrecht
- Genaues Arbeiten
- Beratungskompetenz
- Einfühlungsvermögen
- Zahlenverständnis
Voraussetzungen
Schulabschluss der neuen Azubis 2024
- ohne Ersten Schulabschluss 3,5 %
- Erster Schulabschluss 0,9 %
- Mittlerer Schulabschluss 35,7 %
- (Fach-)Hochschulreife 59,9 %
Rechtlich ist für die duale Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben – die Betriebe legen ihre Anforderungen selbst fest. In diesem Beruf hatten die meisten neuen Azubis einen Abschluss mit (Fach-)Hochschulreife (59,9 %).
Auf einen Blick
- Ausbildungsdauer
- 3 Jahre
- Zuständige Stelle
- Öffentlicher Dienst
- Ausbildungsbereich
- Öffentlicher Dienst
- Neue Ausbildungsverträge 2024
- 2.403
- Azubis insgesamt
- 6.798
- Frauenanteil bei neuen Azubis
- 75,2 %
Das brauchst du zum Ausbildungsstart
Speziell für diesen Beruf
- Gepflegte Kleidung für Beratungsgespräche
- Taschenrechner für die Berufsschule
Für alle Azubis
- Unterschriebener Ausbildungsvertrag – bei Minderjährigen unterschreiben auch die Eltern
- Steuer-Identifikationsnummer – sie steht im Brief des Bundeszentralamts für Steuern oder auf früheren Lohnabrechnungen
- Sozialversicherungsnummer – falls du noch keine hast, kümmert sich deine Krankenkasse darum
- Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse – als Azubi bist du selbst pflichtversichert
- Girokonto für deine Vergütung – viele Banken bieten kostenlose Konten für Azubis
- Unter 18: Bescheinigung über die ärztliche Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (nicht älter als 14 Monate)
- Ausbildungsnachweis (Berichtsheft) – du führst ihn ab dem ersten Tag, oft digital
- Schulsachen für die Berufsschule – die Anmeldung übernimmt meist der Betrieb
Gut zu wissen: Werkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur, die du für die Ausbildung im Betrieb und für die Prüfungen brauchst, muss dein Ausbildungsbetrieb kostenlos stellen (§ 14 BBiG). Persönliche Schutzausrüstung stellt ebenfalls der Arbeitgeber.
Prüfung & Schwierigkeit
Durchfallquote im Vergleich
5,6 % der Abschlussprüfungen im Jahr 2024 wurden nicht bestanden (inklusive Wiederholungsprüfungen). Im Schnitt aller Berufe waren es 11,7 %.
- Abschlussprüfungen 2024
- 2.184
- davon bestanden
- 2.061
- Prüflinge, die bis Jahresende bestanden haben
- 94,9 %
- Vorzeitig gelöste Verträge (Lösungsquote)
- 12,2 %
Die Lösungsquote ist keine Abbruchquote: Viele wechseln nur den Betrieb oder den Beruf.
Schwierigkeit: eher leicht
Das Sozialrecht ist umfangreich und ändert sich regelmäßig. Die Erfolgsquote in der Prüfung ist hoch.
Einstufung nach Durchfallquote: unter 5 % leicht · 5 bis unter 10 % eher leicht · 10 bis unter 15 % mittel · 15 bis unter 22 % anspruchsvoll · ab 22 % sehr anspruchsvoll.
Ähnliche Berufe
Verwaltungsfachangestellte/-r
Ø 1.333 € brutto · Durchfallquote 8,2 %
Vermessungstechniker/-in
Ø 1.314 € brutto · Durchfallquote 10,2 %
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Quellen: BIBB, Datenbank Tarifliche Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025); BIBB, Datenbank Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024, auf Basis der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Beschreibung: eigene Darstellung. Alle Angaben ohne Gewähr – Daten & Methodik.